Katastrophenschutz übte Notfall |
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„Vorgaben und Pläne auf dem Papier sind nur ein Teil des Katastrophenschutzes. Wir müssen aber auch kontrollieren, ob diese Konzepte in der Praxis funktionsfähig sind“, sagte Landrat Robert Fischbach, der sich als Katastrophenschutzdezernent die Arbeit der Einsatzkräfte vor Ort anschaute. Unter den kontrollierten Bedingungen einer Übung könnten Reibungspunkte und Fehlerquellen sicher aufgedeckt und behoben werden. Nach einem kerntechnischen Unfall oder auch nach Unfällen mit chemischen Stoffen kann es erforderlich werden, für die Bevölkerung und die Einsatzkräfte zur Überprüfung einer eventuellen Strahlenbelastung oder Verunreinigung mit chemischen Stoffen und zur Durchführung von Hilfsmaßnahmen Notfallstationen einzurichten. Im Hinblick auf die Auswirkungen eines kerntechnischen Unfalls dient eine Notfallstation der medizinischen Begutachtung und Erstversorgung von Personen, die von einem solchen Unfall betroffen sind. Hierzu werden Personen gezählt, die sich während oder nach Durchzug einer radioaktiven Wolke im betroffenen Gebiet aufgehalten haben. Diese Notfallstationen befinden sich außerhalb des von dem Unfall betroffenen oder bedrohten Gebiets. Hierzu hat das hessische Innenministerium landesweit vergleichbare Objekte (zum Beispiel Schulen oder Turnhallen) erfasst, die im Ernstfall nach einem einheitlichen Konzept als Notfallstation genutzt werden können.
Im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist die Turnhalle der Gesamtschule in Heskem als Notfallstation eingeplant. An der Schule stehen ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung, die Schule verfügt über Räumlichkeiten zum vorübergehenden Aufenthalt von Betroffenen, sanitäre Einrichtungen sind in ausreichender Zahl vorhanden und in der Turnhalle stehen erforderliche Duscheinrichtungen zur Verfügung. „Betrieben wird die Notfallstation von Einsatzkräften des Katastrophenschutzes. Helfer des GABC-Zuges sind daran ebenso beteiligt, wie Sanitäts- und Betreuungskräfte des DRK“, erläuterte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer. Unterstützt werden sie von strahlenschutzermächtigten Ärzten des Fachbereichs Gesundheit. An der Übung am Samstag nahmen das DRK Biedenkopf mit dem Betreuungszug, das DRK Marburg mit dem Sanitätszug, Teile des GABC-Zuges des Landkreises, die Technische Einsatzleitung des Landkreises, der Rettungsdienst und die Polizei teil. Geübt wurde dabei nicht nur der Aufbau einer Notfallstation sondern auch deren Betrieb, Hierfür standen 60 Darsteller zur Verfügung, die die verschiedenen Stationen durchlaufen mussten. „Nur so können wir erkennen, ob in den Abläufen oder der Organisation nachgebessert werden muss“, erklärte der Kreisbrandinspektor.
Quelle: PM Landkreis Marburg-Biedenkopf |

Marburg-Biedenkopf – Einheiten des Katastrophenschutzes haben am Samstag in Ebsdorfergrund-Heskem den Aufbau und den Betrieb einer Notfallstation geprobt. In solchen Notfallstationen, die nach landeseinheitlichen Vorgaben gestaltet sind, können sich Betroffene nach Unfällen mit radioaktiven oder chemischen Stoffen registrieren, untersuchen und bei Bedarf dekontaminieren, also von schädlichen Substanzen reinigen lassen. Die Federführung liegt dabei beim Landkreis Marburg-Biedenkopf als Untere Katastrophenschutzbehörde in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Gesundheit.
In der Notfallstation werden die Betroffenen befragt, untersucht, mit Messgeräten wird nach radioaktiver Verunreinigung gesucht. Bei Bedarf können Betroffene hier unter Anleitung verunreinigte Körperstellen waschen und auch die Kleidung wechseln. Auch eine erste medizinische Begutachtung findet hier statt.
