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Open Air Kinosaison 2009 ist eröffnet

Geschrieben von: Stefan Tschersich    Freitag, den 29. Mai 2009 um 23:56 Uhr   
Die Open Air Saison ist eröffnetMit dem französischen Überraschungserfolg des Vorjahres "Willkommen bei den Sch`tis" ist am Freitag Abend die Open Air Kinosaison 2009 auf der Marburger Schlossparkbühne erfolgreich angelaufen.

Mit viertelstündiger Verspätung wurde zunächst Familie Klosmann als Betreiber der Marburger Kinos und als langjähriger Organisator des Marburger Sommernachts-Kinos unter freiem Himmel von Oberbürgermeister Egon Vaupel mit dem Stadtsiegel der Stadt Marburg ausgezeichnet.

Wegen der leider noch nicht ganz für nächtliche Freiluftveranstaltungen geeigneten Temperaturen hatten einige Besucher Decken dabei, was auch im Nachhinein eine gute Idee gewesen war, denn bei dem gut zweistündigen Sitzen wurde es ohne zum Schluss doch recht frisch um Hüften und Po. Gut, dass der Veranstalter gleich beim Einlass jedem Besucher ein Sitzkissen in die Hand drückte, was nicht nur für Linderung gegen die aufkommende Kälte, sondern auch für mehr Sitzkomfort auf den recht harten Bänken der Tribüne sorgte.

Ehrung mit dem Stadtsiegel: Familie KlosmannDie filmische Veranstaltung dann begann gegen Viertel nach zehn, als es ausreichend dunkel war. Glücklicherweise beschränkte sich die Werbung auf wenige Trailer der kommenden Open Air Veranstaltungen und war damit angenehm kurz. Bis dahin hatten sich die geschätzt 800 Besucher der gut 1300 Personen fassenden Schlossparktribüne mit Würstchen und Getränken versorgt oder schon die mitgebrachte Weinflasche geöffnet.

Die französische Filmkomödie "Willkommen bei den Sch`tis" (2008) von Regisseur Dany Boon war passend für den Anlass ausgesucht. In Frankreich feierte er im letzten Jahr einen Überraschungserfolg und lockte mehr als 20 Millionen Besucher in die Kinos. Auf extrem liebevolle und humorvolle Art wird die Geschichte von Philippe Abrams erzählt, der als Postfilialleiter aus dem sonnigen Marseiller Hinterland in die nördliche Provinz Nord-Pas-de-Calais, genauer nach Bergues, für mindestens zwei Jahre strafversetzt wird. Die eigentliche Komik entsteht durch das Aufeinanderprallen gegenseitiger Vorurteile zwischen Nord- und Südfranzosen - entfernt ähnlich dem deutschen Vergleich zwischen Friesen und Bayern - und dem in der Region Nord-Pas-de-Calais gesprochenem Akzent ("Ch'ti"), der für die meisten Franzosen ebenso schwer verständlich ist, wie Ur-Bayrisch für Niedersachen. Die für deutsche Besucher manchmal doch etwas übertrieben wirkende Komik anderer französischer Filme kam hier ohne übermässige Mimik und Gestik aus und wirkte auch so kräftig auf die Lachmuskeln der Besucher, die sich gegen Mitternacht zufrieden auf den Weg nach Hause machten.

Der Auftakt ist erneut gelungen und die kommenden Filme versprechen genügend Abwechslung für jeden cineastischen Geschmack. Einen Besuch können wir daher jedem Marburger der noch bis Ende September laufenden Open Air Veranstaltung beim Schloss nur dringend ans Herz legen.

Infos zum Kartenvorverkauf und dem geplanten Programm gibt es hier.

 

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